
Unverfügbarkeit

Wir erlernen und habitualisieren eine bestimmte Stellungnahme zur Welt, eine praktische Welthaltung, die weit über unser kognitives »Weltbild«, unsere bewussten Annahmen und Überzeugungen über das, was es in der Welt gibt und worauf es ankommt, hinausgeht.
Hartmut Rosa • Unverfügbarkeit
Vier Dimensionen der Verfügbarkeit
Hartmut Rosa • Unverfügbarkeit
verfügbar gemachte Welt scheint sich uns auf geheimnisvolle Weise zu entziehen und zu versperren, sie zieht sich zurück und wird unlesbar und stumm, und mehr noch: Sie erweist sich als bedroht und bedrohlich gleichermaßen und damit als letztlich konstitutiv unverfügbar.
Hartmut Rosa • Unverfügbarkeit
Die Grundfrage der Soziologie der Weltbeziehung lautet dann: Wie ist dieses Etwas, das da gegenwärtig ist, beschaffen? Ist es gütig und bergend, ist es verlockend und verheißend, gleichgültig und kalt oder gar bedrohlich und gefährlich?
Hartmut Rosa • Unverfügbarkeit
Seit dem 18. Jahrhundert vollzieht sich auf allen Ebenen des institutionellen Lebens der westlich geprägten Moderne ein Strukturwandel, in dessen Folge die institutionelle Grundstruktur nur noch durch stetige Steigerung aufrechterhalten werden kann. Eine Gesellschaft ist modern, wenn sie sich nur dynamisch zu stabilisieren vermag, das heißt, wenn
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Indem wir Spätmodernen auf allen genannten Ebenen – individuell, kulturell, institutionell und strukturell – auf die Verfügbarmachung von Welt zielen, begegnet uns die Welt stets als »Aggressionspunkt« oder als Serie von Aggressionspunkten, das heißt von Objekten, die es zu wissen, zu erreichen, zu erobern, zu beherrschen oder zu nutzen gilt, und
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Wer sich selbst nicht spürt, kann sich die Welt nicht anverwandeln, und wem die Welt stumm und taub geworden ist, dem kommt auch das Selbstgefühl abhanden.
Hartmut Rosa • Unverfügbarkeit
Das Absurde liegt dabei weder in der Haltung des Subjekts noch in der Verfasstheit der Welt begründet, sondern in der Beziehung zwischen beiden:
Hartmut Rosa • Unverfügbarkeit
In unserem Verhältnis zum Schnee spiegelt sich das Drama des modernen Weltverhältnisses wie in einer Kristallkugel: Das kulturelle Antriebsmoment jener Lebensform, die wir modern nennen, ist die Vorstellung, der Wunsch und das Begehren, Welt verfügbar zu machen. Lebendigkeit, Berührung und wirkliche Erfahrung aber entstehen aus der Begegnung mit
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